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2014 CSD CB Banner fb Fachforum kompMit einem ersten Fachforum gegen Homo- und Trans*phobie wurde am 18. September der Versuch unternommen, Mitarbeitende der Verwaltungen, Sozialarbeiter_innen, Lehrende und Multiplikatoren miteinander ins Gespräch zu bringen.

Der CSD Cottbus e.V. hatte ins Jugendkulturzentrum Glad-House nach Cottbus eingeladen, um einen fachlichen Dialog anzustoßen und somit die Problemlagen von Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Intersexuelle und andere queere Menschen (LSBTIQ) in Cottbus, dem ländlichen Raum und landesweit in den Fokus zu rücken. Die Zahl der Teilnehmenden war mit knapp zehn Menschen klein geblieben.

 

„Das Thema ist leider immer noch ein Randthema“, sagte Daniel Nothnick vom Nix e.V. aus Forst/Lausitz. Der Sozialarbeiter beschrieb die Situation von Jugendlichen und machte deutlich, dass Homo- und Trans*phobie ein Alltagsthema ist.

IMG 0170Lars Bergmann, Leiter der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule und Trans* Belange des Landes Brandenburg (LKS) unterlegte das ein oder andere Bauchgefühl mit Zahlenmaterial. „Jede_r dritte berichtet von Anfeindungen, Diskriminierung und Mobbing in der Öffentlichkeit…das kann uns nicht zufrieden stellen“, sagt Bergmann. Mit Fakten aus dem Vorjahresbericht der LKS verdeutlichte er, wie sich die Lage im Land Brandenburg im Hinblick auf Beratung darstellt. Regelmäßig gehen Anfragen und Hilferufe bei ihm ein, die multiproblematisch sind. Die Beratungsstatistik führt mit „Anfeindungen in der Öffentlichkeit“ und „Diskriminierung an Schule/Uni“ die Liste an.
Beispiele, wie sich das Leben für LSBTIQ - Menschen darstellt brachte auch Michael Ziltz vom CSD Cottbus e.V. ein. Der Sozialarbeiter aus Cottbus kennt Situationen, in denen Homophobie deutlich wird.

Seit 1991 steht in der Verfassung des Landes Brandenburg „Niemand darf aufgrund der sexuellen Identität … benachteiligt werden.“ Diese Zeilen müssen mit leben gefüllt werden, waren sich die Teilnehmenden einig.

Bei der Frage: Was die Kommunen für LSBTIQ-Menschen tun würden und wie präsent die Themen dieser Bürger_innen wären, war die Antwort mehr als deutlich. Hier gibt es Handlungsbedarf. Die Themen müssen verankert werden und immer wieder präsent sein. Mit Aktionen, Infomaterial, Workshops in Jugendeinrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit könnten erste Schritte dazu beitragen, dass LSBTIQ-Menschen sichtbarer werden können. In Auseinandersetzung mit Homo- und Trans*phobie, auch im pädagogischen Alltag, kann Sensibilität erhöht und auch Perspektivwechsel geübt werden.

Kontinuierlich am Ball bleiben, Signale in die Öffentlichkeit transportieren und  Geld seien Grundlage zur Umsetzung der Landesverfassung.

Infos rund um den CSD Cottbus unter www.csd-cottbus.info