Immer wieder werden wir gefragt: "Was habe ich verpasst? Was macht ihr gerade?

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Probleme benennen und Lösungen denken - 4. Fachforum gegen Homo- und Trans*phobie im Stadthaus Cottbus

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Am Donnerstag, dem 13. Juli 2017, veranstaltete der CSD Cottbus e.V. das 4. Fachforum gegen Homo- und Trans*phobie von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Cottbuser Stadthaus am Erich Kästner Platz.

 


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Rund 40 Interessierte nahmen teil. Darunter waren viele junge Menschen, die zukünftig als Erzieher_innen arbeiten möchten und gerade noch die Schulbank drücken.

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"Es ist wichtig, dass wir zukünftige Fachkräfte sensibilisieren. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen (LSBTIQ*) sind Bestandteil unserer Gesellschaft und kommen somit im Berufsalltag von Lehrenden und Erziehenden vor. Für die Bedürfnisse und Problemlagen von LSBTIQ*-Menschen offen zu sein und bei Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und / oder geschlechtlichen Identität einzuschreiten, ist etwas, was selbstverständlich sein sollte", sagt Christian Müller, Pressesprecher des CSD Cottbus e.V. "Leider erleben Kinder und Jugendliche im Alltag diese Haltung bei den Erwachsenen noch viel zu selten."

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Die Palette der eingebrachten Themen war breit. Interessante Eckpunkte waren z.B. folgende Fragen:

  • Wie äußern sich Diskriminierung und damit verbundene Probleme für LSBTIQ* in Cottbus?
  • Welche Erfahrungen im Umgang mit LSBTIQ*-Menschen im Arbeitsfeld von Sozialarbeiter_innen und Erzieher_innen gibt es?
  • Bin ich als Fachkraft, ein Mensch, der die eigene sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität offen oder geheim hält?
  • Welche Strategie verfolgen Menschen, die sich nicht offen zu ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität bekennen (können)?
  • Wie oft outen sich täglich Heterosexuelle, hetero zu sein?
  • Welche Kommunikationen an Bildungseinrichtungen sind rund um die Regenbogenflaggen-Aktion des CSD Cottbus e.V. entstanden?
  • Brauchen LSBTIQ*-Menschen Angebote? Wie unterscheiden die sich ggf. von Angeboten, die an Heterosexuelle gerichtet sind?
  • Welche Unterstützungsmöglichkeiten sehe ich für LSBTIQ*-Menschen in meinem Arbeitsumfeld?
  • Wie werden LSBTIQ*-Themen im Unterricht, z.B. am OSZ in Cottbus, aufgegriffen und behandelt?

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Das Fachforum wurde durch die ehrenamtlichen CSD-Botschafter_innen begleitet. Die Ehrenamtlichen waren für Fragen offen und erzählten von den Prozessen, CSD-Botschafter_in zu werden. Interessiert und nachdenklich wurden die Botschafter_innen-Videos angeschaut und im Anschluss besprochen.

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Abgerundet wurde die Veranstaltung mit dem Versuch, Handlungsschritte zu überlegen, um Problemlagen bewältigen zu können. Hierbei wurde es knifflig, denn wo soll man_frau da anfangen?

Einige Gedanken dazu waren z.B.:

  • nutzen und beteiligen am "Aktionsplan für die Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und gegen Homo- und Transphobie in Brandenburg"
  • Sichtbarkeit von LSBTIQ*-Menschen und deren Belange erhöhen, z.B. indem über und mit LSBTIQ*-Menschen im Unterricht oder Berufsalltag gesprochen wird
  • LSBTIQ* zum Thema machen und selbst Veränderungsprozesse anstoßen, z.B. durch eigene Aktionen, wie einem Regenbogenkuchenbasar, Aufhängen von Regenbogenfahnen, Straßenaktionen, Projekttage, Interviews, Anpassung der Hausordnung, Überprüfung des Leitbildes von Organisationen
  • Konferenzen, z.B. Demokratiekonferenzen, nutzen und dort das Thema LSBTIQ* auf die Tagesordnung setzen
  • Konzepte so entwickeln, dass auch LSBTIQ* mitgedacht und berücksichtigt werden
  • Drucksachen, wie z.B. Regenbogenaufkleber und Flyer in den Umlauf bringen
  • aktiv an der Regenbogenflaggenaktion "Wir für Akzeptanz" mitwirken und insbesondere Schulen dazu einladen, sich öffentlich zu einer wertschätzenden, akzeptierenden und respektierenden Haltung zu bekennen
  • insbesondere Lehrende und Erziehende immer wieder dazu einladen, sich fortzubilden und an LSBTIQ*-Foren teilzunehmen
  • bei Diskriminierung von LSBTIQ*-Menschen im Alltag einschreiten und Grenzen deutlich machen
  • die eigene Sensibilität zum Thema LSBTIQ* überprüfen und auf geschlechtersensible Sprache achten
  • Veranstaltungen und Angebote nutzen und einfach hingehen und sich beteiligen

 Fazit:

Die Teilnehmenden haben das 4. Fachforum gegen Homo- und Trans*phobie positiv bewertet. Die Möglichkeiten, Begriffe zu klären und entspannt den eigenen beruflichen Alltag zu reflektieren, wurden sehr geschätzt. Hilfreich war ein Klima des gegenseitigen Respekts und der Akzeptanz. Festgestellt wurde auch, dass der Begriff "Fachforum" insbesondere für

  • "Neulinge" und
  • unsichere Fachkräfte

eine Barriere darstellt. Möglicherweise sollte für diese Zielgruppen ein weiteres Angebot "Informationsveranstaltung" gewählt werden.

Infos zum CSD: http://2017.csd-cottbus.info
Das Projekt CSD Cottbus 2017, für Cottbus und die Niederlausitz, wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Partnerschaften für Demokratie Cottbus und Landkreis Spree-Neiße), durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (MASGF), die Stadt Cottbus und den Landkreis Spree-Neiße mit insgesamt rund 16.700 Euro. Das Projekt wird darüber hinaus aus Spenden finanziert.

 

deenpl

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