Immer wieder werden wir gefragt: "Was habe ich verpasst? Was macht ihr gerade?

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Verwandlung in der Schule - Drag Workshop, ein Experiment

Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler

Am 17. Juli 2017 veranstaltete das Humboldt Gymnasium in Cottbus einen Projekttag zum Thema "Akzeptanz und Toleranz im Alltag". Die Schule trägt den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Schüler_innen hatten sich einen Drag Workshop gewünscht, der im Rahmen des 9. CSD Cottbus durchgeführt wurde.

Mit mehreren Koffern kamen Ehrenamtliche des CSD Cottbus e.V. an die Schule. In einem Klassenzimmer wurde ein Schminktisch eingerichtet. Bei einem gemeinsamen Frühstück mit den Schüler_innen wurden erste neugierige Blicke gewagt.

Was wird wohl passieren?

Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler

Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler

"Für Teilnehmende ist ein Drag Workshop ein spannender Prozess, bei dem die eigenen Grenzen in den Blick genommen werden", sagt Christian Müller, Pressesprecher des CSD Cottbus e.V..

"Schon vor dem Workshop gibt es heiße Debatten, wenn an der Schule bekannt wird, dass am Projekttag ein Junge zu einem optisch wirkenden Mädchen umgestaltet werden soll", ergänzt der Ehrenamtliche.

  • Ist das cool? Ist der schwul?
  • Wie wird die gestaltete Person gesehen?
  • Was ist nach dem Workshop?

Das sind nur einige Fragen, die Schüler_innen und auch Erwachsene ziemlich schnell für sich selbst klären (wollen).

Auch am Humboldt Gymnasium ist das Experiment mit gemischten Gefühlen angegangen worden. "Drag ist eine Kunstform, die an gesellschaftlichen Werten und Normen kratzt", erklärt Christian Müller. In unserer Gesellschaft müssen Frauen oder Mädchen gewisse Erwartungen erfüllen, damit sie von der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert oder geduldet werden. So ist das mit Männern oder Jungen genauso. Wer sich an diese Regeln hält, hat kaum Probleme. Wer jedoch an den Grenzen schraubt, bekomme recht schnell mit, dass es ein Problem gibt, weiß der Ehrenamtliche.

Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler

Bei einem Drag Workshop gehe es genau darum, diese Werte in den Blick zu nehmen. Ganze vier bis fünf Stunden dauert die Verwandlung. "Wir haben Zeit, ihr könnt gerne Fragen stellen", sagte der Workshopleiter und lachte.

Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler

In der Tat, kamen Fragen auf. Etwa, ob die optische Wandlung etwas mit Trans* zutun hat oder warum Menschen so etwas machen. Gefragt wurde auch, wie der Ehrenamtliche dazu gekommen ist, Drag Workshops anzubieten. Interessiert waren die Teilnehmenden am Thema geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, queer - und noch viel mehr, wurde angesprochen. Logisch, dass auch über die Regenbogenfahne, Akzeptanz, Ausgrenzung und Problemlagen geredet wurde. Ganz nebenbei verwandelte sich Oscar aus der 7. Klasse.

Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler


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Drag Workshop | Foto: Stefan Fiedler

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Drag Workshop | Foto: Stefan FiedlerDrag Workshop | Foto: Stefan Fiedler

Infos zum CSD: http://2017.csd-cottbus.info
Das Projekt CSD Cottbus 2017, für Cottbus und die Niederlausitz, wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Partnerschaften für Demokratie Cottbus und Landkreis Spree-Neiße), durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (MASGF), die Stadt Cottbus und den Landkreis Spree-Neiße mit insgesamt rund 16.700 Euro. Das Projekt wird darüber hinaus aus Spenden finanziert.

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