Wir kommen wieder! - 9. CSD Cottbus Demo brachte Farbe auf die Straßen

Eröffnung CSD Demo -  Foto: Stefan Fiedler

Am Samstag, dem 15. Juli 2017 um 15:00 Uhr, kamen rund 200 Teilnehmende zur CSD Cottbus Demo an die Stadthalle. Sonne und Regen wechselten einander ab. Moderatorin Miss Cherry Moonlight, hoffte auf einen großen Regenbogen am Himmel.

Video Demo - Teil 1

Hier geht's zur  +++ Bildergalerie +++

Berndt Weiße -  Foto: Stefan Fiedler

"Der 9. CSD in Cottbus, ist deutlich Tradition und zum ersten Mal, für zwei Wochen. Das ist einerseits Herausforderung, andererseits auch Qualität", sagte Berndt Weiße, der Sozialdezernent der Stadt Cottbus in seinem Eröffnungsgruß. Man habe mit dieser Aktion mehr Zeit für Dinge, die passieren müssten und für Dinge, die wichtig seien, so der Dezernent. Es gehe darum, mehr Aufmerksamkeit für Menschen zu erreichen. Berndt Weiße machte deutlich, wie wichtig es sei, dass sich alle in Cottbus wohlfühlen.

Miss Cherry Moonlight, Monika von der Lippe, Berndt Weiße (v.l.n.r.) -  Foto: Stefan Fiedler

Mit einem Zitat von Judy Garland aus "Over the Rainbow" eröffnete die Landesgleichstellungs- beauftragte Monika von der Lippe, den CSD. "Heute werden tatsächlich Träume wahr", sagte die Beauftragte.

"Die Ehe für alle ist durch. Und das ist ein riesengroßer Meilenstein." Von der Lippe habe sich eingesetzt, dass auch am Rathaus und Stadthaus die Regenbogenfahne als Zeichen der Solidarität und des gegenseitigen Respekts gehisst wird. "Ich habe versucht, eine Einigung zu erreichen, leider ist mir das bis heute, nicht geglückt. Aber, wir dürfen nicht vergessen, um die Stadt herum, in der Stadt selbst, überall, hier bei größeren und kleineren Unternehmen, Behörden und Institutionen, gibt es die Regenbogenfahne." Die Landesgleichstellungsbeauftragte sprach an, was in den letzten Tagen viele Engagierte verwundert und verärgert hatte. In einem offenen Brief (Beitrag vom 10. Juli 2017) hatten sich CSD-Aktivisten an den Oberbürgermeister gewandt.

Redebeitrag von Lars Bergmann am Stadthallenvorplatz

Stadthaus Cottbus, Erich Kästner Platz - Foto: Stefan FiedlerLars Bergmann, der Leiter der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule und Trans* Belange des Landes Brandenburg sagte: "Der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Holger Kelch, hat veranlasst, dass keine Regenbogenflagge an öffentlichen Gebäuden der Stadt Cottbus gehissst werden darf. Er befürchtet, dass so ein Präzedenzfall geschaffen wird und Begehrlichkeiten anderer Organisationen und Institutionen geweckt wird. Der Lausitzer Rundschau teilte die Pressestelle des Oberbürgermeisters mit, dass man verhindern wolle, dass Vereine und Institutionen Flagge hissen, die niemand dort sehen will. Das ist aus meiner Sicht ein unverzeihlicher Rückschritt und die Entscheidung wirkt sich im Ergebnis auch homophob aus.... 8 Jahre war es problemlos möglich und schon beinahe Tradition, dass Cottbus sich zum CSD symbolisch für die queeren Mitbürger_innen bekennt. Wir fordern Sie demzufolge auf: Kehren Sie um, nehmen Sie diese Entscheidung zurück und brechen Sie nicht mit dieser wichtigen Aktion, weil gerade der Wind von rechts weht. Weltoffenheit, Menschlichkeit und Toleranz sind gute Gründe als Demokrat oder Demokratin, in dieser Frage standhaft zu bleiben."

Traktor Anhänger - Foto: Stefan Fiedler Eva LaBosse, Tudi Padma Knusprig (v.l.n.r.) - Foto: Stefan Fiedler

Auf die Straße - Beginn des Demonstrationszuges, laut und bunt

Mit wehenden Fahnen, laut und bunt zogen die Demoteilnehmenden durch die Innenstadt. Eva LaBosse und Trudi Padma Knusprig sorgten für Musik und lautstarke Ansprachen vom Traktor.

CSD Botschafter_innen - Katrin Kaiser, Uwe Helmholz (Storch Viktor), Jasmin Zschörneck, Michael Ziltz, René Lechel (v.l.n.r.) - Foto: Stefan Fiedler

Besonders auffallend war in diesem Jahr die große Länderfahne von Deutschlands größten Initiative zur Unterstützung der weltweiten LGBTI* Community ENOUGH IS ENOUGH! - OPEN YOUR MOUTH!.

Foto: Stefan Fiedler

Foto: Stefan Fiedler

Die Fahne wurde von Freiwilligen getragen und besteht aus über 70 Landesfahnen. Jedes abgebildete Land grenzt Homosexuelle aus. In einigen Ländern steht auf Homosexualität die Todesstrafe.

 Redebeiträge von Miss Cherry Moonlight am Staatstheater

Foto: Stefan Fiedler

Mit einer ergreifenden Rede hüllte Miss Cherry Moonlight den Vorplatz am Staatstheater ein. In einer Schweigeminute wurde derer gedacht, die verfolgt, getrieben, gejagt und umgebracht werden, weil sie nicht heterosexuell sind. Es wurde derer gedacht, die nicht frei sein dürfen und nicht Mensch sein dürfen.

 Auf dem Weg zum Stadthaus

Foto: Stefan Fiedler

Foto: Stefan Fiedler Foto: Stefan Fiedler

Laut wurde es, nachdem die ersten Trillerpfeifen ausgeteilt waren. Denn am Erich Kästner Platz, also da, wo die Regenbogenfahne durch die Stadt Cottbus nicht aufgehängt wurde, sollte eine Aktion gestartet werden - still und laut.

Schweigekreis und Trillerpfeifenkonzert für die Stadtspitze

Am Stadthaus angekommen, forderte Miss Cherry Moonlight die Teilnehmenden auf, einen großen Schweigekreis um die Fahnenmasten am Erich Kästner Platz zu bilden. Solidarisch standen nun Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter*, Queere, Heterosexuelle und andere nebeneinander. Regenbogenfahnen und Luftballons wurden in die Luft gehalten. Eine Minute lang ward es ganz still.

"Den Regenbogen kann man nicht verbieten, daher zeigen wir nun mit den Trillerpfeifen, was wir davon halten, dass hier keine Fahne hängt", sagte Moonlight. Ohrenbetäubend wurde es nun, denn es startete ein Trillerpfeifenkonzert für den Oberbürgermeister.

Weiter geht's vom Erich Kästner Platz zum Altmarkt

Redebeitrag von Eva LaBosse am Altmarkt

Der Altmarkt wurde erreicht. Hier legten die Demoteilnehmenden einen weiteren Stop ein. Vom Traktor aus forderte Eva LaBosse die Bevölkerung auf, sich aktiv gegen Diskriminierung einzusetzen und nicht wegzuschauen. "Uns geht es darum, dass jede Form von Liebe ihre Daseinsberechtigung hat und nicht verfolgt oder verboten werden darf", sagte die Drag Queen.

Foto: Stefan Fiedler

Mit wehenden Fahnen, guter Laune und laut wanderte die CSD-Demo durch die Innenstadt bis zum Jugendkulturzentrum Glad-House.

Foto: Stefan Fiedler

Foto: Stefan Fiedler

Am Glad-House startete gegen 18.00 Uhr das Straßenfest.

Video Straßenfest - Auftritt von IGNIS ET FLAMMA

Ab 22.00 Uhr wurde die Rainbowparty eröffnet.

Video Rainbowparty - Auftritt von VIVIEN 

deenpl

CSD Programm 2017

CSD Programm 2017

Helfen & Spenden

Der CSD Cottbus e.V. ist durch das Finanzamt Cottbus als gemeinnützig anerkannt. Der Verein ist zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen berechtigt.


Vereinskonto

CSD Cottbus e.V.
Bank: Sparkasse Spree-Neiße
IBAN: DE81 1805 0000 0190 0468 05
BIC: WELADED1CBN