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CSD Botschafter_in: Maria

 CSD Botschafter_in: Maria - Foto by Stefan Fiedler

Ich bin Maria, wohne in Cottbus und studiere Soziale Arbeit an der BTU.

Erstmals bin ich auf den CSD aufmerksam geworden, weil plötzlich viele Regenbogenfahnen an Gebäuden zu sehen waren. Ich dachte „wow...“; einen CSD hatte ich in Cottbus nicht erwartet. Der CSD Cottbus ist politisch und viele Menschen engagieren sich, damit sich Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen frei fühlen können.  CSD Botschafter_in: Maria - Foto by Stefan Fiedler

Ich wollte auch etwas tun, daher bin ich einfach zum CSD Forum gegangen.

Heute bin ich CSD-Botschafterin und will anderen Menschen Mut machen, zu sich zu stehen.

Wenn ich meine sexuelle Orientierung beschreibe, dann sage ich: „Ich bin demisexuell und panromantisch.“ Wenn Du damit nur schwer etwas anfangen kannst, dann schaue Dir gern mein CSD-Botschafter_innen- Video auf YouTube an. [Video folgt]

Am Herzen liegt mir die Bildungsarbeit. Daher mache ich beim Schulaufklärungsprojekt mit. Wir gehen an Schulen und sprechen mit Lehrer_innen und Schüler_innen über Liebe, sexuelle Orientierung(en), geschlechtliche Identität(en) und Diskriminierung(en).

CSD Botschafter_in: Mila

CSD Botschafter_in: Mila - Foto by Stefan Fiedler

Mein Name ist Mila, ich wurde in Forst im Landkreis Spree-Neiße geboren und bin dort zur Schule gegangen. Ich bin stolze Mutti zweier Kinder.

Als ich geboren wurde, hat mir die Gesellschaft ein männliches Geschlecht zugeschrieben. Ich wurde als Junge erzogen. Zur Einschulung mit 7 Jahren habe ich das erste Mal meiner Mutter gesagt, dass ich ein Mädchen bin und kein Junge. „Was sollen die Nachbarn denken“, ein Satz an den ich mich noch heute erinnere.

CSD Botschafter_in: Mila - Foto by Stefan FiedlerDie darauf folgenden Jahre waren nicht einfach. Ich war immer wieder zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und meinen Gefühlen hin- und hergerissen.

Ich hätte mir damals Verständnis gewünscht. In meiner Schwester und meinen Freunden fand ich Halt und holte mir Hilfe bei einer Psychologin. Ich fühlte mich schon immer als Mädchen/Frau.

Nachdem ich den „Trans*-Weg“ gegangen bin, sieht mich die Gesellschaft nun als Frau.

Beim CSD in Cottbus leite ich den Trans*-Stammtisch, helfe Trans*-Personen bei den ersten Schritten und bin im Schulteam. In diesem Jahr bin ich CSD-Botschafter_in.

Vielfalt ist komplex | CSD Botschafter_in Maria

CSD Botschafter_in Maria | Foto: Stefan FiedlerGeschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung - was weißt Du darüber?

Einiges, aber auch noch nicht alles. Ich bin immer wieder überrascht, was ich noch nicht kenne und freue mich, wenn wir im Rahmen des CSDs die Gelegenheit bekommen mit anderen Menschen über diese Themen zu sprechen.

Ich finde es wichtig, schon in der Kita über Vielfalt zu reden, sie gemeinsam zu erleben und daran zu wachsen. Auch wenige Jahre später, Stichwort Schulaufklärung - hier gibt's Handlungsbedarf. Die Regenbogenthemen müssen unbedingt stärker an den Lebensort junger Menschen. Immerhin verbringen Jugendliche viel Lebenszeit in der Schule. In dieser Phase der Entwicklung geht's um Liebe, Freundschaft, Identität, Sex und um noch mehr. Aufklärung und Möglichkeiten zum sensiblen Austausch sind sehr wichtig. Daher bin ich im Schulteam von "Bildung unterm Regenbogen". Wir gehen an die Schulen und veranstalten beispielsweise Schulworkshops.

Ich wünsche mir, dass auch in der Ausbildung von Erzieher_innen mehr Wert auf Regenbogenthemen gelegt wird. Es kann doch nicht sein, dass in der gesamten Ausbildungszeit gerade mal einige Minuten dazu informiert wird.

Vielfalt ist komplex und als solche sollten wir auch Vielfalt behandeln, ergründen und begreifen.

Wir sind viele - auch wenn Du uns nicht siehst | CSD Botschafter_in Mila

2019 CSDCB Botschaft Mila wir sind viele V07 Quadrat webWer auf der Straße oder im Bus unterwegs ist nimmt andere Menschen wahr. Es dauert Bruchteile von Sekunden, in denen wir uns vertraute Muster unbewusst anwenden und andere Menschen kategorisieren, sie also sinnbildlich in Schubladen stecken. Wir urteilen, obwohl wir den Menschen, der uns gegenüber steht überhaupt nicht kennen. Das machen wir (auch), um schnell herauszufinden, ob unser Gegenüber Freund_in oder Feind_in ist.

Körperbau, Kleidung, Bewegung, Sprache und viel mehr, fällt rasant durch unser Wertesystem und schließlich glauben wir zu wissen, wer oder was diese Person ist und haben unser Urteil gefällt. Das beginnt schon mit der Geburt.

Menschen, die auf die Welt kommen, werden leider anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Mädchen oder Junge eingeteilt und in diesen Kategorien/Rollen von ihren Eltern, Nachbarn, Erzieher_innen, Lehrer_innen, Freund_innen geprägt.

Auf die oft nach der Geburt eines Kindes gestellte Frage von Arbeitskollegen oder den Großeltern: "Was ist es denn?" sagt kaum eine Mutti "es ist ein Mensch", sondern "ich habe einen Jungen entbunden" oder "es ist ein Mädchen". Wären die Erwartungen der Gesellschaft und der Anpassungsdruck von Eltern nicht derart hoch, würde es vielleicht leichter sein, cool zu antworten: "Schau'n wir mal, wohin die Reise geht."

Ich kenne viele Personen, deren biologisches Geschlecht nicht mit dem übereinstimmt, was und wie sich diese Menschen fühlen. Trans*-Personen erlebe ich tagtäglich in meinen Netzwerken. Ich kann nur sagen: Wir sind viele, auch wenn Du uns nicht siehst.

Daher engagiere ich mich als CSD-Botschafter_in. Ich möchte einen Beitrag leisten, Trans*-Personen sichtbar zu machen und Trans*-Themen auf die Tagesordnung zu holen. Mir ist es wichtig, dass wir uns austauschen und auf Augenhöhe begegnen. Also bitte keine Pathologisierung von Trans*-Menschen. Ich dulde keine Trans*feindlichkeit.

58 Prozent stimmten für die Regenbogenfahne | CSD Botschafter_in Maria

2019 CSDCB Botschaft Maria 58 Prozent V03 Quadrat webDie Stadtverordneten der Stadt Cottbus haben entschieden. 58 Prozent (21 von 36 Personen) stimmten am 24. April 2019 für den Antrag (011/19) von DIE LINKE, SPD und B90/GRÜNE zur Beteiligung an der Aktion „Wir für Akzeptanz“ durch Beflaggung des Erich Kästner Platzes mit einer Regenbogenfahne. Insofern wird vom 13. bis 25. Mai 2019 zum 11. CSD Cottbus & Niederlausitz eine Regenbogenfahne am Cottbuser Stadthaus wehen. Das Motto des CSDs lautet in diesem Jahr "Rückgrat Du brauchst, Haltung zeigen Du musst".

Die Regenbogenfahne ist das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung. Weltweit wird die Fahne eingesetzt um für Vielfalt, Akzeptanz, Respekt und bunte Liebe einzustehen. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter*, queere Menschen und Freunde tragen die Regenbogenfahne auch zum Christopher Street Day (CSD) in Cottbus und repäsentieren wichtige demokratische und menschliche Werte unserer Gesellschaft. Menschen erinnern Jahr für Jahr daran, was in der Landesverfassung im Artikel 12 Absatz 2 (Gleichheit) steht. "Niemand darf wegen... der sexuellen Identität... bevorzugt oder benachteiligt werden".

Die Regenbogenfahne ist ein Symbol mit politischem und menschlichem Hintergrund und viele Personen in Cottbus und der Niederlausitz unterstützen die Bemühungen, diese Werte tagtäglich zu verteidigen.

Nun ist es kein Geheimnis, dass die Stadt Cottbus bis zum Jahr 2016 zum CSD die Regenbogenfahne solidarisch aufgezogen hat und im darauf folgenden Jahr der Oberbürgermeister Holger Kelch entschied, die Fahne nicht mehr am Erich Kästner Platz aufzuhängen. Im Folgejahr wollte der Oberbürgermeister erneut keine Regenbogenfahne aufhängen lassen. DIE LINKE, SPD und B90/GRÜNE konnten sich daraufhin mit einem Antrag in der Stadtverordnetenversammlung durchsetzen, sodass dann doch eine Regenbogenfahne aufgehängt werden konnte.

In einem Brief im März 2019 wandte sich der Vorstand des CSD Cottbus e.V. erneut an das Stadtoberhaupt und bat darum die Regenbogenfahne am Erich Kästner Platz zum CSD aufzuhängen. Nun entschieden erneut die Stadtverordneten über einen Antrag von DIE LINKE, SPD und B90/GRÜNE.

Insgesamt beteiligen sich an der Regenbogenfahnenaktion "Wir für Akzeptanz" über 230 Einrichtungen und es werden von Jahr zu Jahr mehr.

100% - Wir sagen Danke | 230 Einrichtungen zeigen Flagge für Vielfalt

CSD Botschafterin Mila | Foto: Stefan FiedlerAm 2. Mai 2019 überschritt der CSD Cottbus e.V. das gesetzte Jahresziel. 230 Anmeldungen wollten die Ehrenamtlichen bis zum Start des 11. CSD Cottbus & Niederlausitz im Boot haben. Aktuell beteiligen sich an der Regenbogenfahnenaktion "Wir für Akzeptanz" 235 Firmen, Betriebe, Schulen, Jugendeinrichtungen, Kommunen, Parteien, Gewerkschaften, Behörden, Vereine, Kitas und viele andere. 

"Wir für Akzeptanz" ist größer denn je. Mit den öffentlich sichtbaren Regenbogenfahnen setzen alle Mitwirkenden vom 13. bis 25. Mai 2019 anlässlich des 11. CSD Cottbus & Niederlausitz ein wichtiges Zeichen für Liebe, Respekt, Akzeptanz und Demokratie. Ob in Schaufenstern, an Balkons oder an Fahnenmasten - die Regenbogenfahnen werden für Aufmerksamkeit sorgen und für vielfältige Liebe wehen.

Seit 1978 ist die Regenbogenfahne das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung. Die Fahne wurde vom amerikanischen Künstler Gilbert Baker entwickelt. Die sechs Farben stehen für die Vielfalt der Lebensweisen. Die Regenbogenfahne ist auch aus der PEACE-Bewegung (Internationale Friedensbewegung) bekannt.

Die Bedeutung der Farben:

Rot - "Leben"
Orange - "Gesundheit"
Gelb - „Sonnenlicht“
Grün - "Natur"
Blau - „Harmonie“
Violett - "Geist"

1996 wurde erstmals die Regenbogenfahne an einem öffentlichen Gebäude gehisst.

Ganz im Zeichen des diesjährigen CSD-Mottos "Rückgrat Du brauchst, Haltung zeigen Du musst" treten Cottbus und die Niederlausitz für Mitmenschlichkeit und Freiheit ein.

Wir sagen Danke und laden dazu ein, auch weiterhin mitzumachen, denn noch bis zum 25. Mai 2019 werden Regenbogenfahnen kostenfrei an Einrichtungen verteilt.

Anmeldung: http://akzeptanz.csd-cottbus.info