Alexander Scheld

Als ich davon gehört habe, dass der LSBTIQ- Aktionsplan Brandenburg um 110.000 Euro gekürzt werden soll, habe ich gedacht…… dass es unmöglich ist an einer bisher so geringen Summe für wertvolle soziale Arbeit in einem großen Bundesland nochmals die Hälfte zu kürzen und somit viele Brandenburger:innen, die unsere Angebote nutzen, alleine zurück zu lassen.

Gegen die Kürzung spricht, dass Brandenburg immens hohe Anfragen für Beratungen zu queeren Themen hat. Die Veranstaltungen, Workshops, Seminare und Gruppenangebote für queere Menschen, Regenbogenfamilien, werdende Eltern und geflüchtete Personen werden sehr gut besucht, so dass jede Organisation/ Träger durchaus noch mehr Angebote schaffen müsste. Jetzt wird kontraproduktiv seitens des Landes gehandelt und dies wird auf dem Rücken der hilfe- und ratsuchenden Brandenburger:innen ausgetragen.

Aufgrund der steigenden homo- und transfeindlichen Gewaltdelikte ist es wichtiger denn je, mehr Schutzräume für queere Menschen, Regenbogenfamilien sowie geflüchtete Personen zu schaffen und das Angebot und die Beratungen zu erhöhen und nicht zu streichen.

Die Kürzung bedeutet für viele queere Menschen einen Verlust an Freiheit, an gegenseitigem Austausch, an Lebensqualität - besonders in den ländlichen Gegenden in Brandenburg wird es dann immer grauer und dunkler werden. Zahlreiche Beratungs- und Vernetzungsangebote werden wegfallen und ein Großteil der engagierten Personen werden ihre wichtige Arbeit in vielen Gebieten Brandenburgs aufgeben müssen.

Ich lade gern das Finanzministerium und alle beteiligten Personen, die an der Kürzung des Aktionsplanes Queeres Brandenburg beteiligt waren, dazu ein, sich all die wichtigen Projekte und Mitarbeiter:innen vor Ort anzuschauen und ins Gespräch zu kommen. Die bisherige Gesamtsumme für die Förderung des Aktionsplanes war vorher bereits stark fragwürdig. Brandenburg ist flächenmäßig das fünftgrößte Bundesland und wird nun nochmals um 49% der Fördersumme gekürzt. Das bunte Leben in Brandenburg verschwindet!